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Über Katar

Traditionen zum Ramadan in Katar

Ramadan ist der neunte und wichtigste Monat des islamischen Mondkalenders. In dieser Zeit nehmen Muslime in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keine Nahrung und Getränke zu sich. Der Ramadan ist eine Zeit der Reflektion und der Spiritualität und vereint die unterschiedlichsten Menschen im gemeinsamen Fasten. Es ist auch eine Zeit der Wohltätigkeit und der Enthaltsamkeit. Der erste Tag des Monats ist jedes Jahr etwa zehn Tage später, abhängig von den Mondphasen.  In Katar werden Anfang und Ende des heiligen Monats vom Mondsichtungskomitee des Ministeriums für religiöse Stiftungen und islamische Angelegenheiten (Awqaf) verkündet. Mondphasen dauern üblicherweise 29 bis 30 Tage, je nach Sichtung der Mondsichel wird der letzte Tag des Ramadans bzw. der erste Tag des Eid-Festes festgelegt. 2021 wird der Ramadan von Mitte April bis Mitte Mai dauern. 

Jedes muslimische Land hat ganz einzigartige Ramadan-Traditionen. Dies zieht sich bis in die jeweiligen Gemeinden mit wiederum eigenen Traditionen und Feierlichkeiten. So ist das Erlebnis immer ein anderes. In Katar ist der Ramadan eine magische Zeit mit besonderer Dekoration landesweit und Festlichkeiten, die schon vor dem Fasten beginnen. Zwei Wochen vorher begehen die Katarer Sha'ban (den 14. Tag des Hijri-Kalenders) mit Al Naflah. In den Familien werden traditionelle Speisen auf Platten zubereitet und gemeinsam mit Nachbarn und Armen geteilt.

Das Fasten beginnt bei Sonnenaufgang mit dem Suhoor – der Mahlzeit vor der Morgendämmerung, die für den ganzen Tag reichen muss.  Iftar bei Sonnenuntergang markiert das Ende des Fastens mit dem Abfeuern der Ramadan-Kanone. Die Wurzeln dieser Tradition sind nicht ganz klar. Manche sagen, sie stamme aus Ägypten, andere behaupten, sie sei ein Überbleibsel des osmanischen Imperiums, wo die Kanone abgefeuert wurde, damit alle nah und fern wussten, dass die Zeit zum Essen gekommen war. In Katar wird diese Tradition bis heute gepflegt und wird im katarischen Fernsehen übertragen. Um das Ereignis live zu verfolgen, fährt man zum Souq Waqif, Katara, zur Muhammad Ibn Abdul Wahhab Staatsmoschee oder zum Souq Al Wakra.   

Nach dem Fasten kommt das Festmahl: das größere, festlichere Ghabga (eine weitere nächtliche Mahlzeit). Das Beste vom Ramadan findet nach Sonnenuntergang statt. Obwohl es sich um den Fastenmonat handelt, gibt es eine ziemlich große Anzahl an Gerichten speziell für diese Zeit. Jede Familie hat ihr eigenes Lieblingsgericht, jedoch finden sich viele der üblichen Gerichte schon seit Jahrzehnten auf jedem Iftar-Tisch.  

Dazu zählen:

–       Harees: zubereitet aus geklopftem Fleisch mit Weizen, Olivenöl und Zimt.

–       Al Thareed: knuspriges Fladenbrot geschichtet mit Eintopf aus Lamm oder Huhn oder einfach nur Gemüse.

–       Al Luqaima: ausgebackener Teig in Zuckersirup getaucht und mit Rosen- oder Orangenblütenwasser aromatisiert.

Nach dem Iftar erwacht die Stadt zum Leben und öffnet die meisten Orte des öffentlichen Lebens wie Geschäfte, Restaurants und Orte für Kulturveranstaltungen, die fast alle während des Tages geschlossen bleiben.  Nach dem letzten täglichen Gebet (Isha) werden spezielle Taraweeh-Gebete in den Moscheen gesprochen. Ziel ist es, bis zum Ende des Monats den gesamten Koran gelesen zu haben.

Am 14. Tag des Ramadans feiern die Kinder Garangao, eine typische Tradition der Golfregion, die in Katar besonders ausgeprägt ist. Das Fest in der Mitte des Ramadans ist traditionell ein Lob an die Kinder für ihre Bemühungen beim Fasten.  Familien kommen zum Ghabga zusammen und verteilen Garangao– Beutel mit Nüssen, Süßigkeiten, gezuckerten Kernen und anderen Leckereien, die die Kinder aus der Nachbarschaft nach dem Singen des traditionellen „Gara“-Liedes bekommen.  Gara ist das Khaliji-Word (Golfdialekt) für das Geräusch, das entsteht, wenn zwei Dinge aneinander klopfen, und soll sich auf das Geräusch der Nüsse und Süßigkeiten in den Beuteln, oder an das Geräusch des Klopfens an der Tür beziehen.

Ramadan in Katar ist ein wundervolles Erlebnis. Es gibt zahlreiche Aktivitäten und Feierlichkeiten, an denen man in diesem Monat teilnehmen kann. Es gibt aber auch Dinge, die man vermeiden sollte.

Empfohlen

Im Ramadan schließen die meisten Geschäfte früh und öffnen spät. Daher sollten die Öffnungszeiten vor dem Einkaufen in Erfahrung gebracht werden.

Es gilt als respektlos, im Ramadan kurze Kleidung mit Blick auf zu viel Haut zu tragen. Dies sollte an allen öffentlichen Orten während dieses Monats vermieden werden.

Dabei handelt es sich um eine traditionelle Begrüßung während des heiligen Monats.

 

Nicht empfohlen

Diese Zeiten sind zum Fasten gedacht. Die meisten Restaurants und Cafés haben daher zu diesen Zeiten auch geschlossen.

Es gilt als respektlos, während dieses Monats öffentlich laute Musik zu hören. Als Zeichen des Respekts sollte dies vermieden werden.

 

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